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 09.09.2004

Kein öffentliches Schwimmbad

Konzept für das ehemalige Kurhaus-Hotel auf der Ortsratssitzung vorgestellt

Travemünde. Der Ortsratsvorsitzende Richard Schrader hatte vorsichtshalber schriftlich angefragt, und so beantwortete Stephan Rissmann, Mitglied des Vorstandes der ARKONA AG, die Schwimmbad-Frage denn auch als Erstes: „Es ist kein öffentliches Schwimmbad in dem Sinne, es ist aber auch keine geschlossene Einheit“. So gibt es für Externe die Möglichkeit, für den Wellness-Bereich des A-Rosa (im früheren Kurhaus-Hotel) eine Tageskarte zu lösen, aber nur in Verbindung mit einer Anwendung. Nur Schwimmen im 18 Meter Innen- und 20 Meter Außen-Sportbecken ist also nicht möglich. Was ja auch verständlich ist angesichts der enormen Investitionen und der doch recht hohen Preise, die die Gäste für einen Aufenthalt im A-Rosa zahlen. Die Gäste, als Zielgruppe in der Generation 50+ angesiedelt, werden im Schnitt 1400 Euro pro Woche für ihren Aufenthalt in Travemünde ausgeben. „Das wird kein Nischenprodukt für Millionäre“, erklärte Stephan Rissmann. Aber eben gehobene Preisklasse. „Sie müssen mehr anbieten, und das heißt mehr Geld ausgeben“, erklärte er auf der Ortsratssitzung. Fast alle Märkte würden sich polarisieren: „Billig oder Marke“. Das gelte, so glauben die Macher, auch für den Touristikbereich. Mit dem A-Rosa soll eine erfolgreiche Marke aufgebaut werden. 160 neue Arbeitsplätze bedeutet das für Travemünde. Als Konkurrenz zu anderen Einrichtungen sieht Rissmann die Anlage nicht: „Da es so ein Angebot hier nicht gibt“. Das Angebot will sich vom überall angebotenen „Wellness-Brei“ deutlich abheben und setzt auf hochklassige, präventive Medizin (Krankheiten vorbeugend) mit Arzt vor Ort.

„Wir sind stark Markengetrieben und wir glauben sehr an Marktforschung“, erklärte Stephan Rissmann. Eine Meinungsumfrage aus dem Jahre 2004, die Rissmann präsentierte, sieht gut aus für Travemünde: Danach würden 29 Prozent der Befragten gern Wohlfühlurlaub machen, 37 Prozent einen Strandurlaub. Nur 11 Prozent interessierten sich für Ferntourismus und 9 Prozent für Abenteuer-Urlaub. Flugängste und schlechte Wirtschaftsnachrichten bescheren dem Urlaub im eigenen Land einen Boom.

Damit die Gäste sich in der relativ großen Anlage persönlich betreut fühlen, gibt es das Konzept der „Gastgeber“. 10 Angestellte teilen das Hotel im Kopf in Bereiche auf, für deren Gäste sie jeweils zuständig sind. Sie arbeiten 7 Tage von Samstag bis Samstag, so wie die meisten Urlaub machen. Der Gast bekommt die Handynummer des Gastgebers und hat den ganzen Urlaub über seinen festen Ansprechpartner, der Tipps und Auskünfte gibt.

Die Eröffung des Travemünder A-Rosa ist für Juli 2005 geplant. Der neue Katalog, mit Schauspielerin Iris Berben auf dem Titel ist gerade erschienen und in guten Reisbüros zu haben.

Für den riesigen Wellness-Bereich wird es Clubmitgliedschaften auch für Nicht-Hotelgäste geben. So eine große Anlage ließe sich ohne Zulauf von Außen sonst nicht finanzieren. So gibt es im „Neptun“ in Warnemünde, das ebenfalls zu der Rostocker Aktiengesellschaft gehört, 800 Mitglieder, die die Anlagen des Hotels nutzen. Der Vertrieb für Travemünde soll in etwa vier Wochen anfangen. Die Preise, sagte Rissmann nach einigem Zögern, gehen bei 50-60 Euro monatlich los.

Für Travemünde beginnt im nächsten Sommer also eine spannende Zeit. Das neue entstandene Dreieck aus den drei „großen“, Maritim, Casino und Kurhaus, wird sicher erheblichen Einfluss auf die Gästestruktur im ganzen Ort haben. [HN]


Richard Schrader (links) hatte Stephan Rissmann, Vorstandsmitglied der Arkona AG, zur Ortsratssitzung im September eingeladen. [Foto: NORMANN]

[@] www.a-rosa.de
 

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Letzte Änderung: 20.06.2005

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