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 06.09.2004

Ärger mit Alpen

Nachbarn der Baustelle Gneversdorfer Weg bleiben auf Wasserschäden sitzen

Travemünde. „Es ist nie etwas passiert trotz starker Regenfälle“, sagt Helga C. Borszcz, Anwohnerin im Gneversdorfer Weg und Nachbarin des neuen Gewerbegebietes. Immerhin wohnt sie hier seit Februar 1976. Entsprechend überrascht waren die Anwohner denn auch, als sich nach heftigen Regenfällen am 20. Juli 2004 ein Fluss aus Bauschlamm durch ihre Gärten zog. „Ursache waren fehlende Abflussmöglichkeiten auf der Baustelle des Neubaugebietes“, sind sich die Anwohner sicher. Der Schlamm-Fluss zog sich durch 9 Grundstücke, staute sich in den unteren Gärten und überflutete einige Garagen. Eingelagerte Schuhe, Fußmatten und ähnliches wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Ich hatte gerade meinen Rasen neu eingesät“, sagt Helga C. Borszcz. Sie schrieb an die Firma Alpen, die im Neubaugebiet Gneversdorfer Weg die Straße baut:

„Mein neu angelegter Garten wurde zum Teil zerstört und das in die Garage eindringende Wasser richtete Schäden an, die insgesamt noch nicht aufgelistet werden konnten. Ich darf Sie bitten, diesbezüglich mit mir Kontakt aufzunehmen.“

Das geschah dann auch durch Wolfgang Ziegler, Bauleiter bei der Firma Alpen aus Neustadt: „Herr Ziegler hat vor der Besichtigung angerufen und hat mich schon fast beschimpft, dass ich meine Forderungen schriftlich niedergelegt hätte. Er meinte, das hätte man auch in einem persönlichen Gespräch abmachen können“, wundert sie sich über den forschen Ton des Bauleiters. Am 4. August kam es dann zur Besichtigung der Schäden durch Alpen-Mitarbeiter Wolfgang Ziegler und Uwe Köster, Direktionsbeauftragter der R+V Versicherung. Helga C. Borscz berechnete den entstandenen Schaden für Schuhe (60 Euro), 6 Quadratmeter Außenanlage und 3 Arbeitsstunden für 4 Leute (= 12 Arbeitsstunden) mit moderaten 200 Euro. Am 9. August dann die Absage von der R+V Versicherung:

„Unser Versicherungsnehmer hat für diesen Schaden keinen Versicherungsschutz. Deshalb kann eine Schadenregulierung durch uns nicht erfolgen“.

Helga C. Borscz schrieb noch einmal an die Firma Alpen: Schließlich könne es doch nicht sein, dass der durch die Firma verursachte Schaden einfach nicht ausgeglichen wird, bloß weil das Unternehmen nicht dagegen versichert sei. Seitdem hörte sie von der Firma Alpen nichts mehr.

„Es geht mir hier um den Umgang mit den Nachbarn“, sagt Helga C. Borscz. Schließlich würden sie das Baugebiet ja begrüßen und den Baulärm ab 6 Uhr früh bisher geduldig ertragen. Ihr Wunsch wäre gewesen: „..dass hier in kulanter Form reagiert worden wäre“. Sie ärgert, dass „...einfach so darüber hinweggegangen wird. Am 14.8. habe ich noch mal geschrieben, darauf keine Reaktion…“. Und: „Ich weiß ja, wie traurig und böse die Nachbarn sind…“. [HN]

Nachtrag (13.09.2004)
Auf Nachfrage der Möwenpost beim Erschließungsträger des Gewerbegebietes Gneversdorfer Weg, der „Baulandentwicklungsgesellschaft Wagrien mbH“, erfuhren wir, dass gerade ein Schreiben an die betroffenen Anlieger aufgesetzt wird. Es wird aus Kulanz ein kleiner Betrag gezahlt, der aber keine Anerkennung der Baufirma als Verursacher ist. Ein Zusammenhang zwischen Baustelle und dem Wasserschaden sei auch nach Prüfung durch den Sachverständigen der Versicherungsgesellschaft  nicht feststellbar.

 


Links: Roland T. Kaiser säubert die überflutete Garage. [Foto: PRIVAT]
Rechts: Viel Arbeit: Einer der Schlamm überfluteten Gärten. [Foto: PRIVAT]


Enttäuscht: Helga C. Borszcz zeigt den Schriftverkehr mit der Firma Alpen und Fotos von den angerichteten Schäden. [Foto: NORMANN]

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Letzte Änderung: 20.06.2005

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