Gemalte Geschichte
Ein gutes Stück Travemünder Geschichte steckt in den
Bildern des Lübecker Malers Fritz Moeller-Schlünz (18.01.1900 bis
13.10.1990). So sind zum Beispiel auf einem Bild Stacheldrahtrollen und
Grenztürme der ehemaligen DDR-Grenze auf dem Priwall zu sehen. Oder, noch
früher, die Boote der Fischer, die 1945 aus Kolberg nach Travemünde
flüchteten. (Wer weiß, was die Kennung „LUF“ auf den Booten bedeutet?).
Noch bis Ende September zeigt der Sohn des Künstlers, Gerd Möller, eine
Auswahl der Werke seines Vaters in Galerie der Travemünder
Ostsee-Akademie, Europaweg 3. Zu sehen sind neben den Travemünder Motiven
auch Bilder, die in Lübeck, Bad Schwartau, Gothmund und auf Reisen
entstanden. [HN]

Gerd Möller stellt Bilder
seines Vaters aus, hier ein Bild der ehemaligen
Grenze auf dem Priwall. [Foto: NORMANN]
Biografie Fritz Moeller-Schlünz
Kunstmaler und Sänger
geb. 18.01.1900 in Schwaan/Mecklenburg
gest. 13.10.1990 in Lübeck
Fritz Moeller-Schlünz begann seine Lehre als
Dekorationsmaler. Während dieser Zeit erkannte man seine künstlerische
Begabung. Er nahm Unterricht bei den international anerkannten Malern Carl
Malchin und Hermann Koenermann.
Nach dem ersten Weltkrieg folgte das Studium in
figürlichem Zeichnen und in der Malerei bei den Professoren Schröder, von
Beckerath und Meyer-Thur an der Landeskunstschule am Lerchenfeld in
Hamburg.
Ab 1924 arbeitete er in Schwerin und malte während
dieser Zeit viele Herrenhäuser in Mecklenburg, und Süddeutschland aus. Aus
gesundheitlichen Gründen begann er später eine gesangliche Ausbildung,
verschrieb sich dann ganz dem Theater und war an den Bühnen Altenburg,
Gera, Kolberg und Berlin engagiert.
Durch Zufall lernte er in Berlin den Lübecker
Intendanten Brückner kennen und wurde 1934 als Bariton an das Lübecker
Theater verpflichtet.
Doch seine Leidenschaft zur Malerei ruhte während seiner
Theaterzeit nie.
1960 erreicht er das Pensionsalter und nun führten ihn
und seine Frau ausgedehnte Kunstreisen mit Auto und Wohnwagen durch ganz
Europa und er malte vor Ort viele Bilder in Öl und Aquarell.
1981 erhielt er vom Kulturkreis Mecklenburg e.V. den
„Franz Bunke-Kunstpreis“.